Fahrplan für die Play-offs

Foto: Cornejo / football-aktuell.de

112 Spiele sind in der GFL 2012 absolviert – aber auf die letzten sechs plus dem Endspiel kommt es nun an. Wer sichert sich die 34. deutsche Meisterschaft im American Football? Es liegt in der Natur des K.O.-Systems, dass es am Schluss nicht immer gerecht zugehen muss, Sensationen können das Salz in der Suppe werden. An Überraschungen hat es in der Saison 2012 zweifellos nicht gemangelt. Eine ist sicher, dass der letztjährige Zweitliga-Zweite im Süden, die Rhein-Neckar Bandits aus Mannheim, auch in der Erstligadebütsaison ganz frech auf Platz zwei vorstießen und so am kommenden Wochenende nun einer der vier Viertelfinal-Gastgeber sein werden. Falls die größten Optimisten in Mannheim damit selbst vor der Saison gerechnet haben sollten, haben sie dies damals zumindest geschickt geheim gehalten. Und natürlich gehört es genau so nun vor den Play-offs überall zum „guten Ton“, dass alle Beteiligten sich möglichst bedeckt halten, was die eigenen Hoffnungen oder Chancen angeht.

Mit aller Vorsicht lässt sich zumindest festhalten: Die Kiel Baltic Hurricanes sind souverän und über die gesamte Punktrunde gesehen auch sehr konstant wieder auf Platz eins der GFL Nord gestürmt. Ihre einzige Niederlage in Düsseldorf (mit nur einem Punkt) kam zu einem Zeitpunkt genau zwischen den beiden Spielen gegen Verfolger Berlin, als also wohl die Konzentration auf anderen Dingen lag. Die Schwäbisch Hall Unicorns taten es den Kielern – abgesehen vom Patzer in Stuttgart im allerersten Spiel – nahezu gleich – mussten dann aber in nur einem Spiel die Verletzungen der beiden prominentesten Angreifer Jake Spitzlberger und Fritz Waldvogel hinnehmen. Das Team schlug im letzten Spiel gegen Stuttgart so in doppelter Hinsicht beeindruckend zurück, vor allem wenn man berücksichtigt, dass es für die Scorpions dabei noch um viel ging, den Unicorns nur darum, trotzig zu beweisen, dass die beiden Nackenschläge allein nicht die Titelvertedigung verhindern müssen.

Wegen der Niederlage gegen Hall muss Stuttgart nun nach Kiel reisen. Schon 2009 und 2010 trafen die beiden Teams in Kiel im Viertelfinale aufeinander – beide Male siegten die Kieler. 2010 allerdings nur nach großem Kampf und zwischenzeitlichem Rückstand – kein anderes GFL-Team hat in den zurückliegenden Jahren ein Play-off-Spiel in Kiel knapper verloren als damals die Scorpions (20:23). Aber gerade dass die Kieler diesmal gewarnt sein dürften, macht die Aufgabe für Stuttgart umso schwerer – die Konzentration der Baltic Hurricanes wird wohl kaum noch einmal so nachlassen wie in Düsseldorf.

Überhaupt Düsseldorf. Letztes Jahr selbst als Aufsteiger in die Play-offs gestürmt, gab es dieses Jahr eine Berg- und Talfahrt. Kiel geschlagen, aber gegen beide Berliner Clubs verloren und dann auch noch gegen Lübeck zu Hause nur unentschieden gespielt. Dem 29:29 gegen Lübeck folgte aber wenige Wochen später das gleiche Resultat gegen die Berlin Rebels, was Platz vier sicherte. Das bedeutet die schwere Reise zum Meister nach Schwäbisch Hall. Aber genau das macht wiederum die Panther gefährlich, ganz unabhängig von der Verletzungssituation in Schwäbisch Hall. Zu verlieren haben sie nichts mehr, an guten Tagen kann man jeden schlagen – siehe Kiel…

Die beiden Partien zwischen Gruppenzweiten und -dritten ziehen beide ein bisschen ihren Reiz auch daraus, dass die Dritten, also Marburg Mercenaries und Dresden Monarchs sich in den letzten Wochen stark verbessert präsentierten. Beide galten vor der Saison als die „gesetzten“ Verfolger für Schwäbisch Hall und Kiel – beide ließen in der ersten Saisonhälfte aber zuviel Federn, um den gerecht werden zu können. Im Schlussspurt nun schienen sie wieder den ursprünglichen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. Dresden ist so für die Rhein-Neckar Bandits sicher ein sehr unbequemer Gegner für das Play-off-Debüt zu Hause. Und die Berlin Adler, die ihr letztes Heimspiel gegen eben jene Monarchs deutlich verloren, werden gegen Marburg wieder ganz anders aufspielen müssen. Wie Kiel und Stuttgart kennen sich auch diese beiden Kontrahenten sehr gut: In den Halbfinals 2004, 2009 und 2010, zweimal in Marburg, einmal in Berlin, siegten stets die Berliner. Aber das einzige Viertelfinalspiel zwischen beiden 2005 gewannen die Marburger.

Viertelfinale:

22. September
Schwäbisch Hall Unicorns – Düsseldorf Panther
Rhein-Neckar Bandits – Dresden Monarchs
Berlin Adler – Marburg Mercenaries
23. September
Kiel Baltic Hurricanes – Stuttgart Scorpions

Halbfinale
29./30. September
Schwäbisch Hall / Düsseldorf – Berlin / Marburg
Kiel / Stuttgart – Rhein-Neckar / Dresden
(Heimrecht hat das in der Punktrunde besser platzierte Team)

German Bowl
13. Oktober,
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark Berlin

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