3 gute alte Bekannte, 1 Neuling

Vier Teams hoffen auf die Qualifikation für den New Yorker German Bowl XXXVI am 11. Oktober im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, drei der Teams, die im Halbfinale am 27. September um den Einzug ins Finale kämpfen, wissen, was sie in Berlin erwarten würde. Die Schwäbisch Hall Unicorns und die New Yorker Lions aus Braunschweig gewannen 2012 und 2013 die Meisterschaften in der Arena am Prenzlauer Berg, nach ihren Gruppensiegen in der Punktrunde der diesjährigen Saison in der German Football League bestreiten sie die Halbfinalspiele auf eigenem Platz. Gegner der Schwäbisch Haller sind die Dresden Monarchs, im letzten Jahr als Vizemeister nur ganz knapp am Triumph in Berlin gegen Braunschweig gescheitert.

Einzig die Cologne Falcons betreten im Halbfinale Neuland. Erstmals in der Vereinsgeschichte gewannen die Kölner in Stuttgart im Viertelfinale ein Playoff-Spiel (33:28 gegen die Stuttgart Scorpions), zum ersten Mal fehlt dem Überraschungsteam der GFL 2014 nun nur noch ein Sieg, um im Endspiel um die deutsche Meisterschaft im American Football anzutreten. In Braunschweig sind die Falcons im Halbfinale zwar der Außenseiter (die beiden Punktspiele des Jahres verlor Köln gegen den Titelverteidiger 13:49 und 7:59). Doch erstens haben die Play-Offs gerade im American Football immer ihre eigenen Gesetze. Und zweitens haben die Falcons allen drei verbliebenen Konkurrenten eines voraus: Sie stellten 2011 und 2012 das Meisterteam im U19-Nachwuchsbereich – einen Junior Bowl hat ansonsten kein anderer der Halbfinalisten bisher gewinnen können.

Ohne die Last des Favoriten und mit jugendlicher Unbekümmertheit könnten die Falcons so ihre Chance in Braunschweig suchen. Gastgeber New Yorker Lions darf allerdings auf die bisher beständigste Mannschaft des Jahres vertrauen: Ohne eine einzige Niederlage brauste das Team durch die GFL-Saison 2014, und auch im Viertelfinale waren alle Anstrengungen der Munich Cowboys vergebens, den Titelverteidiger auf seinem Weg in Richtung Berlin ins Straucheln zu bringen. Die New Yorker Lions feierten mit 69:28 den höchsten Viertelfinalsieg.

Punktereich ging es aber auch in Schwäbisch Hall zu, wo die Unicorns ihren Finalgegner von 2011 und 2012 aus Kiel erneut bezwangen, diesmal mit 50:24. Verglichen mit dem Finale von 2012 fehlten den Gästen dabei aber unter anderem zwei Schlüsselspieler von damals, und diese fordern die Haller nun im Halbfinale mit ihrem derzeitigen Team heraus: Quarterback Jeff Welsh und Running Back Trevar Deed wollen mit den Dresden Monarchs auch dieses Jahr wieder ins Finale. Gegen Marburg standen die Sachsen im Viertelfinale Titelverteidiger Braunschweig kaum nach und hatten beim 42:22-Sieg die Entscheidung bereits in der ersten Hälfte erzwingen können. Doch im Halbfinale wird vor allem die Verteidigung der Monarchs sich bewähren müssen: Die Unicorns, die 2011 und 2012 bei ihren Finalsiegen gegen Kiel mit 48:44 und 56:53 für die punktreichsten German Bowls aller Zeiten sorgten, sind auch 2014 im Angriff eine Macht für sich: Nach anfänglichen Startschwierigkeiten gewannen die Schwäbisch Haller nicht nur alle ihre elf Spiele seit Juni, sondern erzielten dabei im Schnitt auch noch unglaubliche 52 Punkte pro Partie.

Allerdings: Nicht nur ihre Formkurve zeigt seit Wochen pünktlich zu den Play-Offs steil nach oben – auch die aller anderen Halbfinalisten. Die Entscheidung über den Einzug in den New Yorker German Bowl XXXVI dürfte also in zwei packenden Matches fallen.

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